Persönliche Schutzausrüstung
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Die/der ArbeitgeberIn muss entsprechend §69 (2) ASchG den ArbeitnehmerInnen eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung stellen, wenn Gefahren nicht durch kollektive technische Schutzmaßnahmen oder arbeitsorganisatorische Maßnahmen vermieden oder ausreichend begrenzt werden können.
Keine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sind beispielsweise
- Berufskleidung und Uniformen, die nicht speziell dem Schutz von Sicherheit und Gesundheit von ArbeitnehmerInnen dienen
- Ausrüstung wie Flucht- und Rettungsmittel
- Schutzausrüstungen für öffentliche Sicherheits- und Ordnungsdienste
- Schutzausrüstungen im Straßenverkehr
- Arbeitsmittel zur Sportausübung
- Sehhilfen an Bildschirmarbeitsplätzen
Persönliche Schutzausrüstung Verordnung (PSA-VO)
Diese Verordnung regelt im Allgemeinen die Begriffsbestimmungen, Allgemeine Pflichten der ArbeitgeberInnen sowie Arbeitsplatzevaluierung, Bewertung und Auswahl Persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
ARBEITSPLATZEVALUIERUNG
Im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- Art und Ausmaß der Gefahren, denen die Arbeitnehmer:innen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.
- Einsatz- und Umgebungsbedingungen, unter denen die persönliche Schutzausrüstung verwendet wird.
- Individuelle Voraussetzungen der Arbeitnehmer:innen, insbesondere die körperliche Konstitution, die für die sichere und ordnungsgemäße Verwendung der PSA erforderlich ist.
BEWERTUNG DER PERSÖNLICHEN SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA)
Zusätzlich zur Arbeitsplatzevaluierung ist die Eignung der persönlichen Schutzausrüstung für den jeweiligen Verwendungszweck zu bewerten. Dabei sind insbesondere folgende Kriterien zu berücksichtigen:
- die vorgesehene Verwendungs- und Einsatzdauer,
- die Häufigkeit und Dauer der Exposition der Arbeitnehmer:innen gegenüber den jeweiligen Gefahren,
- das Ausmaß und die Art der Gefährdung,
- die spezifischen Merkmale des Arbeitsplatzes sowie
- der Tragekomfort und die Gebrauchstauglichkeit der PSA.
AUSWAHL DER PERSÖNLICHEN SCHUTZAUSRÜSTUNG (PSA)
Auf Grundlage der durchgeführten Arbeitsplatzevaluierung und der Bewertung der PSA erfolgt die Auswahl der für den jeweiligen Arbeitsplatz geeigneten Schutzausrüstung.
Dabei sind insbesondere folgende Grundsätze zu beachten:
- Minimierung der Belastung
Die durch das Tragen der PSA entstehenden Belastungen und Beeinträchtigungen sind so gering wie möglich zu halten. - Eignung der PSA
Die ausgewählte Schutzausrüstung muss für die jeweiligen Gefahren und Einsatzbedingungen geeignet sein. - Abstimmung der Ausrüstung
Werden mehrere PSA gleichzeitig verwendet, müssen diese aufeinander abgestimmt sein und ihre Schutzwirkung gegenseitig nicht beeinträchtigen. - Priorisierung bei unterschiedlichen Schutzanforderungen
Bei miteinander unvereinbaren Anforderungen ist dem Schutz vor jener Gefahr Vorrang einzuräumen, von der das höchste Risiko ausgeht. - Einbindung der Arbeitnehmer:innen
Die Arbeitnehmer:innen sind gemäß § 13 Abs. 1 ASchG in die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung einzubeziehen.
Ziel ist es, durch eine sorgfältige Evaluierung, Bewertung und Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung einen möglichst wirksamen Schutz der Arbeitnehmer:innen vor arbeitsbedingten Gefahren sicherzustellen.
Information und Unterweisung zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA)
Damit die persönliche Schutzausrüstung (PSA) wirksam eingesetzt werden kann, müssen die Arbeitnehmer:innen ausreichend informiert und im richtigen Umgang mit der Ausrüstung unterwiesen werden.
Die Information und Unterweisung haben vor der erstmaligen Verwendung der PSA und danach mindestens einmal jährlich zu erfolgen. Sie sollen sowohl theoretische Schulungsinhalte als auch praktische Übungen umfassen, damit die Arbeitnehmer:innen die PSA sicher und bestimmungsgemäß verwenden können.
INFORMATION
Die Information der Arbeitnehmer:innen hat insbesondere folgende Inhalte zu umfassen:
- Schutzwirkung
Welche Gefahren durch die PSA abgewehrt oder reduziert werden und welche Schutzfunktion sie erfüllt. - Gefahrenverhütungsmaßnahmen
Welche zusätzlichen Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung von Gefahren erforderlich sind. - Bewertung und Auswahl der PSA
Warum die jeweilige Schutzausrüstung für den Arbeitsplatz und die vorhandenen Gefahren ausgewählt wurde. - Gefahren bei Nichtverwendung
Welche Risiken und möglichen Folgen entstehen, wenn die vorgeschriebene PSA nicht oder nicht ordnungsgemäß verwendet wird. - Verbleibende Restrisiken
Welche Gefahren trotz Verwendung der PSA weiterhin bestehen und welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
UNTERWEISUNG
Die Unterweisung dient dazu, den sicheren und sachgemäßen Umgang mit der PSA zu vermitteln. Sie hat insbesondere folgende Inhalte zu umfassen:
- Bestimmungsgemäße Benutzung
Richtige Anwendung, korrektes Anlegen und Ablegen sowie die Einhaltung der Verwendungsvorgaben. - Ordnungsgemäße Lagerung und Aufbewahrung
Sachgerechte Aufbewahrung zum Schutz vor Beschädigung, Verschmutzung und vorzeitigem Verschleiß. - Reinigung und Pflege
Richtige Reinigung, Wartung und Pflege entsprechend den Herstellerangaben. - Sichtprüfung vor der Verwendung
Kontrolle der PSA auf erkennbare Beschädigungen, Verschleiß und sonstige Mängel. - Verhalten bei festgestellten Mängeln
Maßnahmen bei beschädigter oder mangelhafter PSA, insbesondere die Außerbetriebnahme beziehungsweise das Ausscheiden aus der Verwendung und die Meldung an die zuständige Stelle.
Ziel der Information und Unterweisung ist es, sicherzustellen, dass alle Arbeitnehmer:innen die Schutzwirkung und die Grenzen der PSA kennen und diese sicher, korrekt und verantwortungsbewusst verwenden.
Weiterführende Informationen
Portal AI: Persönliche Schutzausrüstung (PSA)